Zu diesem Buch
Wie sollen wir mit unserem Kind umgehen, daß es seine Neugier und Unbefangenheit behält und ein ganzer, gesunder, starker, intelligenter und emotional stabiler, ein einfühlsamer, selbstbewußter und verantwortlicher Mensch wird? Diese Frage bewegt die meisten Eltern.
Die Erfahrung vieler Menschen in diesem Jahrhundert hat gezeigt, daß zu diesem Ziel die Wege führen, welche die große italienische Ärztin und Pädagogin, Maria Montessori, entdeckt und für uns geebnet hat.
Ihre Entdeckungen und Erfindungen - ihre Gedanken und ihr Material - geben den Kindern das Werkzeug in die Hand, ihre Persönlichkeit zu erschaffen. Das gilt für die Einrichtungen, Kindergärten, Kinderhäuser und Schulen, die nach den Vorstellungen von Maria Montessori eine "vorbereitete Umgebung sind"".
Was für eine Frau war Maria Montessori, daß sie hundert Jahre nach ihrer Promotion als erste Ärztin Italiens im Interesse von Pädagogen der ganzen Welt steht? Was hat sie entdeckt? Was hat sie erfunden? Was ist eigentlich die Montessori-Methode? Was geschieht in den Kinderhäusern, die nach den Ideen der Maria Montessori geführt werden?
Dieses Buch geht dem Leben dieser Ausnahmefrau nach, stellt ihre Entdeckungen über das Lernen der Kinder und ihre Prinzipien für den Umgang mit den Kindern dar und zeigt auch: Die wichtigen Erkenntnisse der Maria Montessori waren ihrer Zeit so weit voraus, daß sie von der psychologischen und pädagogischen Wissenschaft erst heute richtig verstanden und begründet werden können.
Montessori für Eltern erschienen 1999, 191 Seiten
Helga Biebricher, Jahrgang 1937, arbeitete zwanzig Jahre als Erzieherin und Leiterin einer Kindertagesstätte nach der Montessori-Methode. Sie ist Mutter von drei Kindern.
Horst Speichert, Jahrgang 1941, Dr. phil., Pädagoge, Autor, Mitherausgeber der Reihe "Mit Kindern leben" setzt sich seit den sechziger Jahren als Publizist für eine Verbesserung der Bedingungen ein, unter denen Kinder in diesem Land aufwachsen. Er ist Vater zweier Töchter und Autor zahlreicher Fach- und Elternbücher.
Inhalt
Liebe Eltern!
- Ein Leben für die Kinder
- Die Kinderstube einer Ausnahmewissenschaftlerin
- Die Mutter: Renilde Stoppani
- Die ersten Lebensjahre
- Schulerfahrungen
- Richtung Technik
- Richtungswechsel: Dr.med.
- Die "Leere im Herzen"
- Vielbeschäftigte junge Ärztin und Köämpferin für die Sache der Frau
- Begegnungen mit Kindern und Suche bei den großen Pädagogen
- Scuola Magistrale Ortofrenica: Modellschule für geistig behinderte Kinder
- Studium der Erziehungswissenschaften und der Anthropologie
- Casa dei Bambini - das erste Kinderhaus
- Merkwürdige Wiederholungen. Oder: Der Montessori-Effekt
- Aneignung der Wirklichkeit
- Freie Wahl und Ordnung
- Verführung zur Stille
- Kinder beobachten und verstehen
- Selbstbewußtsein und Verantwortung
- Lesen lernen
- Spontanes Schreiben
- Die vorbereitete Umgebung
- Lob und Strafe
- Disziplin
- Die Lehrerpersönlichkeit
- Montessori und die moderne Psychologie
- Mißverstanden und verbogen: ihrer Zeit zu weit voraus
- Der Motor der Entwicklung
- Handelndes Lernen: Manske, Leontjew, Piaget
- Handelndes Lernen - die Hand als Vorposten des Gehirns
- Handelndes Lernen - ein Beispiel: Klausi und die Verteilaufgaben
- Handelndes Lernen bei Maria Montessori
- Die Bedeutung der Umgebung
- Die sensitiven Phasen
- Erfolgskontrolle
- Piaget und Montessori
- Organisation von Wahrnehmungen und Tätigkeiten
- Exkurs: Strukturen von Pädagogen
- Assimilation
- Akkomodation
- Wiederholungen
- Die sensumotorische Phase
- Operationen
- Bewußtes und unbewußtes Lernen
- Montessori: Eine "Begegnung" mit Piaget
- Die Kinder und das Montessori-Material. Oder: Die Frage der Freiheit
- Das Geheimnis des Montessori-Materials
- Nachbemerkungen zum Thema "Isolation" von Merkmalen
- Das Sinnesmaterial
- Die Einsatzzylinder
- Die knopflosen farbigen Zylinder
- Die Roten Stangen
- Die Braune Treppe
- Der Rosa Turm
- Die Konstruktiven Dreiecke
- Der Binomische Würfel
- Der Trinomische Würfel
- Die acht Sinne der Maria Montessori
- Der Farbsinn
- Die Farbtäfelchen
- Der stereognostische Sinn
- Die Geometrischen Körper
- Die Geometrische Kommode
- Der Geheimnisvolle Beutel
- Samentablett
- Der Tastsinn
- Die Tastbretter
- Die rauhen und glatten Karten (Tasttäfelchen)
- Der Kasten mit Stoffen
- Der Wärmesinn (Temperaturempfindungen)
- Die Wärmefläschchen
- Die Wärmeplättchen
- Der Gewichtssinn (Gewichtsempfindungen)
- Die Barischen Brettchen
- Der Gehörsinn
- Die Geräuschdosen
- Die Glocken
- Der Geschmackssinn
- Geschmacksfläschchen
- Der Geruchssinn
- Geruchsdosen und Geruchsgläser
- Die Übungen des praktischen Lebens
- Die Rahmen mit Verschlüssen
- Hände waschen
- Schuhe putzen
- Abstauben
- Metall putzen
- Blumen schneiden und pflegen
- Tisch decken
- Empfinden von Stille
- Gehen auf der Linie
- Wasser gießen
- Reis schütten
- Das Mathematikmaterial
- Numerische Stangen (Blau-rote Stangen)
- Sandpapierziffern
- Numerische Stangen (Blau-rote Stangen) mit Ziffernkarten
- Spindelkasten und Spindeln
- Ziffern und Chips
- Farbige Perlentreppe
- Das Goldene Perlenmaterial
- Séguintafeln
- Das Sprachmaterial
- Die Metallenen Einsatzfiguren
- Die Sandpapierbuchstaben
- Das Bewegliche Alphabet
- Das Schreiben
- Montessori zu Hause
- "Will alleine!"
- Der innere Bauplan des Kindes und die "sensitiven Perioden"
- Wir als Vorbilder
- Äußere Bedingungen
- Materialien selber machen
Schlußwort
Literatur
Die Autorin
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